Susanne Edelmann | Coaching | Therapie

Scheidung/Trennung

Kinder bei Trennung/Scheidung

Wenn es zur Trennung/Scheidung kommt, sind Kinder mindestens ebenso betroffen wie die Eltern, mit dem Unterschied, dass Erwachsene neben allen Gefühlen, denen sie ausgeliefert sind, die Ursachen und Zusammenhänge verstehen können. Ich möchte einige Kriterien (besonders jüngere Kinder betreffend) anführen, die grundsätzlich in jedem Fall zutreffen:

Es ist verständlich, dass es während der T/S und danach schwierig genug für Sie ist, mit Ihren eigenen Gefühlen zurechtzukommen; dennoch ist es gerade jetzt erforderlich, dass Sie ein Stück von sich absehen und sich Ihren Kindern zuwenden.

1. Wenn die Trennung beschlossene Sache ist

Was Kinder von Ihnen hören müssen:

Wenn sie beschlossen haben, sich von Ihrem Partner zu trennen, sollten Sie am besten gemeinsam mit Ihren Kindern sprechen. Erklären Sie ihnen, was Sie vorhaben, lassen Sie sich vor den Kindern nicht in Streitgespräche ein. Machen Sie ihnen unmissverständlich klar, dass es nicht deren Schuld ist, dass Sie sich trennen.

Erklären Sie ihnen, was für sie anders wird, erwähnen Sie jedoch auch alles, was gleich bleibt. Versichern Sie ihren Kindern, dass Sie beide weiterhin für sie da sind.

Was Kinder nicht wissen müssen:

Ihre Kinder brauchen keine Details ihrer missglückten Partnerschaft zu erfahren. Widerstehen Sie unbedingt der Versuchung, Ihre Kinder zu Verbündeten zu machen.

Suchen Sie das Gespräch mit vertrauten Freunden oder, wenn das nicht möglich ist oder nicht ausreicht, ordnen Sie Ihre Situation mit psychotherapeutischer Begleitung.

Für ein klärendes Gespräch kontaktieren Sie mich.

2. Kinder brauchen ein neues Zuhause

Es ist wichtig für Kinder zu wissen, wo sie selbst und wo ihre Eltern künftig wohnen werden. Wie auch immer die Entscheidung ausfällt, bedenken Sie, Kinder sind sehr flexibel, solange wieder Ordnung und Beständigkeit einkehrt. Geben Sie ihnen die Sicherheit, dass Sie beide für sie da sind, wie auch immer das neue Wohn – bzw. Lebensarrangement aussieht - Geborgenheit ist dort, wo Sie sind!

3. Geteilte Elternschaft

Installieren Sie der Kinder wegen eine funktionierende Verständigungsbasis zwischen sich und Ihrem/r Ex-PartnerIn. Besonders, wenn die Kinder noch kleiner sind, tauchen eine ganze Menge Fragen in der Erziehung auf, die nach einer Lösung verlangen. Verständlicherweise dauert die Möglichkeit einer neuen Annäherung nach der ersten Phase der Trennung einige Zeit, doch seien Sie sich bewusst, auch wenn Sie einen Schlussstrich unter Ihre Partnerschaft gezogen haben, Eltern bleiben Sie für Ihre Kinder ein Leben lang.

4. Konflikte bewältigen

Ihre Trennung hinterlässt Spuren in Ihrem Gefühlsleben, wie zurückgewiesen sein, gedemütigt oder auch erniedrigt sein. Der Kinder wegen müssen Sie mit Ihrem Ex-Partner in Kontakt bleiben, was alte Wunden immer wieder aufreißt. Darum ist die Versuchung groß, den Kindern gegenüber Ihren Ex-Partner zu entwerten. Niemand ist damit gedient – auch Ihnen nicht. Wenn Sie in einer ähnlichen Situation sind, nehmen Sie professionelle Hilfe in Anspruch, um diesen Teil Ihrer Gefühle zu ordnen und diesen Abschnitt Ihres Lebens gut abzuschließen. Ich helfe Ihnen gerne.

5. Unterhalt und Besuchsrecht

Wenn Sie der/diejenige von beiden sind, bei dem/r die Kinder bleiben, verweigern Sie nicht Ihrem/r Ex-.PartnerIn das Besuchsrecht, wenn die Unterhaltszahlungen nicht pünktlich eintreffen. Das Bedürfnis, sich an Ihrem/r Ex-PartnerIn zu rächen, ist zwar verständlich, trifft aber im wesentlichen die Kinder.

Wenn Sie die/derjenige von beiden sind, die/der zu Unterhaltszahlungen verpflichtet ist, lassen Sie Ihre/n Ex-PartnerIn nicht darum bitten, nehmen Sie Ihre Verpflichtung wahr und zahlen Sie pünktlich. Auch Ihre Rachegefühle Ihrem/r Ex-PartnerIn gegenüber sind gut nachvollziehbar. Diese Beträge sind keine Belohnung für Ihre/n PartnerIn, sie dienen dazu, die täglichen Bedürfnisse Ihrer Kinder zu sichern. Es ist eine Tatsache, dass derjenige von beiden, bei dem die Kinder leben, in finanzieller Hinsicht die schwierigere Position hat. Vergessen Sie nicht – Sie haben sich von Ihrem/r PartnerIn getrennt – Ihre Kinder wollten das nicht! Ihre Trennung/Scheidung beendet zwar Ihre Beziehung nicht aber Ihre Elternschaft!

6. Das Leben geht weiter

Irgendwann werden Sie wieder an eine Beziehung denken und auch neue Menschen kennen lernen. Ersparen Sie Ihren Kindern, jeder dieser neuen Personen in Ihrem Leben zu begegnen, sofern Sie selbst nicht sicher sind, dass sie/er Ihr neuer Partner werden wird. Kinder schließen sich leicht an neue Menschen an, besonders dann, wenn Sie merken, dass es jemand ist, der/die für Sie wichtig ist. Warum Ihre Kinder mit einem weiteren Verlust belasten im Falle, dass die neue Partnerschaft keine bleibende ist.

Nicht selten reagieren Kinder auf neue PartnerInnen Ihrer Eltern abweisend, weil dies neuerlich für sie Angst vor Verlust bedeuten kann. (Wird die neue Frau meine Mutter ersetzen? Hat Vater/Mutter jetzt weniger Zeit für mich? etc.)

Sprechen Sie mit Ihren Kindern, lassen Sie es zu, dass die Kinder Ihnen gegenüber all ihre Gefühle aussprechen.